FAQ Häufig gestellte Fragen
Welche Lacke werden bei der Restaurierung der Möbel verwendet?
– Biedermeier & Empire Möbel werden nach alten Methoden aufwändig von Hand mit Schellack poliert, wodurch ein unvergleichlicher Vertiefungseffekt der Furniermaserung entsteht.
– Art Deco & Bauhaus Möbel werden in der Regel in mehr als 6 Schichten mit harten Klavierlacken (2-Komponenten-Lacke aus Polyester oder Polyurethanbasis) mittels einer Spritzpistole lackiert und anschließend poliert.
Die von uns verwendeten Klavierlack 2K-Oberflächenbeschichtungen sind speichel- und schweißecht nach DIN 53160 und erfüllen die Anforderungen für Küchenoberflächen und Kinderspielzeug.
Wie pflege ich die Lack-Oberflächen optimal?
Zur Pflege vom Schellack poliertem Holz empfehlen wir die Schweizer Holzpflegeprodukte von Renuwell, die Sie auch bei uns im Geschäft erwerben können. Bei Schellackoberflächen sollten Sie keine heißen Gegenstände abstellen und Wasserspritzer oder -ränder sofort wegwischen.
Bei antiken, furnierten Holzmöbeln empfehlen wir außerdem eine relative Luftfeuchtigkeit von 50-60 % einzuhalten. Ansonsten beginnt selbst das alte Holz verstärkt an zu arbeiten, was zu einem Verziehen und Rissen führen kann.
Die Klavierlackoberflächen sind Hartlacke und daher weniger empfindlich gegenüber Hitze und Wasser. Sie können sie ganz einfach abstauben und auch mit einem Glasreiniger einsprühen und abwischen.
Was zeichnet frühe Biedermeiermöbel um 1820 aus?
Frühe klassizistische Biedermeiermöbel um 1820-30 überzeugen durch klare Linien, elegante Proportionen und hochwertige Hölzer wie Kirschbaum oder Nussbaum – meist furniert auf Nadelholz. Typisch sind glatte Flächen, erlesene dicke Sägefurniere und eine handwerklich präzise Verarbeitung. Im Gegensatz zu stark dekorierten Epochen des 18. Jahrhunderts wirkt Biedermeier zeitlos, leicht und modern.
Woran erkennt man originale Biedermeiermöbel?
Originale Biedermeiermöbel erkennt man an ihrer handwerklichen Verarbeitung, erlesenen Furnieren und den harmonischen Proportionen. Kleine Unregelmäßigkeiten, alte Holzverbindungen und authentische Oberflächen wie Schellack sind oft Hinweise auf Originalität. Gute Stücke wirken trotz ihres Alters elegant und hochwertig. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt es sich einen Sachverständigen für Antiquitäten zu kontaktieren oder bei einem spezialisierten Fachhändler wie COLONEUM Antik in Regensburg zu kaufen.
Welche Holzarten sind typisch für Biedermeier?
Besonders beliebt waren im süddeutschen und österreichischen Raum einheimische Obsthölzer wie Kirschbaum oder Nussbaum, wobei auch Esche und Ahorn zum Teil verwendet wurden.
Vor allem Kirschbaum wurde wegen seiner warmen Farbe und feinen Maserung von sehr geschätzt.
Hochwertige Empire Möbel in städtischen Zentren wie Berlin und Wien wurden oft in Mahagoni gefertigt. Norddeutsche, skandinavische Stücke wurden eher in Birke und Ahorn gefertigt.
Ländliche, bäuerliche Biedermeiermöbel wurden oft nur in Weichholz gefertigt und gewachst oder geölt. In den Städten statteten sich der Adel und das gehobenes Bürgertum mit furnierte Möbeln aus.
Erlesene Furnierbilder, meist im Spiegelbild gesetzt und über die Fläche durchlaufend, spielen bei originalen städtischen Biedermeiermöbeln eine große Rolle. Die dicken Sägefurniere wurden im frühen Biedermeier noch per Hand aus dem Baumstamm gesägt, was eine dickere Furnierstärke und höhere Qualität mit sich bringt – im Gegensatz den späteren, dünnen Schälfurnieren, die durch die Erfindung der Furnierschneidemaschine um 1830 ermöglicht wurden.
Warum sind Biedermeiermöbel heute wieder so gefragt?
Biedermeiermöbel passen hervorragend zu modernen Einrichtungen. Durch eine klare, oft architektonische Formgebung wirken sie zeitlos, ruhig und elegant, und lassen sich gut mit modernem Design, Zeitgenössischer und moderner Kunst oder z.B. schlichten Bauhaus und Art Deco Möbeln kombinieren.
Viele suchen heute nach langlebigen, authentischen Möbeln mit Charakter und Geschichte, die nicht antiquiert wirken und landen dabei bei Biedermeiermöbeln. Hier mehr darüber, warum (frühe) Biedermeiermöbel so modern wirken.
Wie kombiniert man Biedermeiermöbel modern?
Ein einzelnes hochwertiges Biedermeiermöbelstück kann modernen oder minimalistischen Räumen viel Wärme und Persönlichkeit verleihen. Besonders schön wirken
Biedermeier-Kommoden oder Tische in Kombination mit moderner Kunst, neutralen Farben und klarer Architektur. Der Kontrast zwischen Alt und Neu schafft Spannung und Eleganz. Aber nicht nur in modernen Wohnungen, sondern auch gerade in hellen Altbauwohnungen mit altem Parkettboden und hohen Decken wirken schlichte Biedermeiermöbel fantastisch.
Sind restaurierte Biedermeiermöbel weniger oder mehr wert?
Das kann nicht pauschal beantwortet werden. Entscheidend ist die Qualität der Restaurierung.
Fachgerecht restaurierte Möbel mit erhaltener Originalsubstanz sind oft deutlich wertvoller und langlebiger als unsachgemäß behandelte Stücke.
Wichtig ist ein respektvoller Umgang mit Furnier, Oberfläche und Konstruktion. Die Furniere sollten nicht zu stark geschliffen werden und die Oberflächenbehandlung sollte authentisch sein und wird meist mit Schellack handpoliert. Bei besonderen musealen Stücken, kann eine unbehandelte Oberfläche den Wert besser erhalten. Bei den meisten hochwertigen Stücken ist eine Restaurierung jedoch wertsteigernd und erhält das Möbel wieder für weitere Generationen. Meist wurden Biedermeiermöbel in den letzten 200 Jahren bereits mehrfach restauriert, weshalb sie besondern gut erhalten geblieben sind.
Gerne restaurieren wir Ihre antiken Möbel für Sie in unserer eigenen Restaurierungswerkstatt.
Was ist beim Kauf von Biedermeiermöbeln wichtig?
Achten Sie auf Originalität, ausgewogene Proportionen, Holzqualität, Furnierbild und Zustand. Gute Biedermeiermöbel wirken auch nach fast 200 Jahren harmonisch und
hochwertig. Originalität, handwerkliche Qualität und eine elegante Ausstrahlung sind wichtiger als perfekte Makellosigkeit. Oft machen bestimmt Makel und eine schön gealterte Patina, durch Tageslicht ein Möbel besonders ansprechend.
Achten Sie darauf keine Stilmöbel bzw. Fälschungen und Nachbauten zu erwerben, von denen im Internet leider sehr viele irrtümlich als echte Biedermeiermöbel angepriesen werden. Oft sind diese Möbel jedoch später im 20. Jahrhundert gebaut.
Am besten Sie erwerben Ihre Biedermeier Stücke bei einem anerkannten spezialisierten Fachhändler mit langjähriger Erfahrung. Auch in Auktionshäusern können schöne Biedermeiermöbel ersteigert werden. Hier ist der Zustand jedoch meist unrestauriert und man muss das dazukommende Aufgeld, die Steuern und Transportkosten beachten. Je spezialisierten der Händler, desto sicher können Sie sich dabei sein. Generalistische Antiquitätenhändler, die mit Stücken aus allen Epochen handeln kennen sich zwar oft in der Breite sehr gut aus, kennen eine bestimmte Epoche mit Ihren Merkmalen jedoch meist nicht so gut wie ein Spezialist. Vorsicht ist geboten bei Käufen auf ebay oder kleinanzeigen von Privat. Wo Biedermeier draufsteht ist nicht immer Biedermeier darin. Alwin Homeier, Inhaber und Gründer von COLONEUM Antik ist seit über 30 Jahren spezialisiert auf frühe, süddeutsche Biedermeiermöbel und hat bereits tausende Originalstücke angekauft, restauriert und verkauft. Durch die ständige Beschäftigung mit der Materie entsteht auch ein Gefühl und eine Intuition für Originale Stücke, die man oft nicht an bestimmten objektiven Merkmalen festmachen kann.
Welche Biedermeiermöbel sind besonders beliebt?
Besonders gefragt sind frühe (klassizistische) schlichte Kleinmöbel & Tischchen, Kommoden, Ausziehtische, Spiegel und Vitrinen. Stücke aus Kirschbaum mit dickem Furnier, schöner Maserung und klarer Formensprache gelten als besonders zeitlos, wertbeständig und vielseitig kombinierbar.
Warum gilt Biedermeier als zeitlos?
Biedermeier konzentriert sich auf Proportion, Material und handwerkliche Qualität statt auf übermäßige Dekoration. Dadurch wirken gute Möbelstücke auch heute noch modern, ruhig und stilvoll. Viele Innenarchitekten schätzen genau diese zurückhaltende Eleganz in ihren Projekten, bei dene Sie Antiquitäten mit modernen Möbeln kombinieren.
Wie pflegt man Biedermeiermöbel richtig?
Biedermeiermöbel sollten trocken und schonend gepflegt werden. Die Luftfeuchtigkeit liegt idealerweise bei 50-60% und der Boden sollte keine Fußbodenheizung haben. Ansonsten besteht Gefahr, d ass sich das Holz auch nach 200 Jahren noch arbeitet und verzieht. Direkte Sonneneinstrahlung, starke Feuchtigkeit und aggressive Reinigungsmittel sollten vermieden werden. Für originale Schellackoberflächen empfiehlt sich eine behutsame Pflege mit geeigneten Produkten und regelmäßiger Staubentfernung. Wir empfehlen den Renuwell Möbel -Regenerator zur Pflege von fast allen Holzoberflächen. Dieser ist bei COLONEUM Antik, in ausgewählten Fachgeschäft oder auch online erhältlich.
Lohnt sich die Investition in hochwertige Antiquitäten?
Hochwertige Antiquitäten bieten etwas, das moderne Serienmöbel und Massenproduzierten Möbel nicht erreichen: Charakter, Handwerkskunst und Individualität.
Gute, schlichte Biedermeiermöbel können Generationen überdauern und verleihen Räumen eine besondere Atmosphäre und Wertigkeit. Sich damit zu umgeben ist nicht nur eine ästhetische Wohltat und bildet den Sinn für Qualität und Schönheit, sondern regt auch zur historische Reflexion an und wertet einen Raum deutlich auf. Stellen Sie sich die Fragen wie viel Zeit sie in Ihrer Wohnung verbringen und ein Möbel anschauen oder benutzen im Vergleich dazu wie viel Zeit Sie z.b. in Ihrem Auto verbringen.
Biedermeier war eine lange Epoche und nicht alle Stücke aus dieser Zeit sind von gleicher Qualität und wertbeständig. Hochwertige Einzelstücke von hoher Qualität bieten heute ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Die Handwerksqualität in diese Zeit war extrem hoch und wäre zu aktuellen Preisen unerschwinglich als Neuanfertigung.
Warum sind originale Oberflächen so wichtig?
Originale Oberflächen erzählen die Geschichte eines Möbelstücks. Sie zeigen Patina, Tiefe und Authentizität, die sich kaum künstlich erzeugen lassen. Eine gut erhaltene Oberfläche wird von Sammlern und Liebhabern besonders geschätzt. Diese Patine entsteht durch Benutzung und vor allem UV-Licht. Selbst wenn die Oberfläche mit einer Schellack Handpolitur erneuert wurde, befindet sich darunter immer noch sichtbar die Originale Patina, die durch neues Holz nicht erreicht werden kann.